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Erdbeben

Ecuador ist sicher! Das haben wir hier schon öfters geschrieben, doch gegen Naturgewalten können auch wir nichts entgegen setzen. Wenn die Mutter Erde sauer ist, dann bebt sie vor Wut und dann heisst es im wahrsten Sinne des Wortes: RETTE SICH WER KANN!

Erdbeben bis zur einer Stärke von 4 und 5 sind fast schon normal in Ecuador und sie passieren schon zuweilen – ohne nennenswerte Schäden.

Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und deshalb möchten wir euch ein paar wichtige Verhaltensregeln zum Thema Erdbeben geben, damit ihr dieses schaurig schöne Erlebnis wohlbehalten überlebt.

Internationale Rettungsteams sind sich einig: Auf den Boden knien, Schutz suchen und festhalten ist die beste Methode, um ein Erdbeben zu überstehen. Die alten Methoden wie Türrahmen suchen, raus laufen bzw. das so genannte Lebensdreieck sind gefährlich und werden nicht empfohlen.

Was tun, wenn es zu rumpeln beginnt?

Mitteleuropäer sind Erdbeben nicht gewöhnt. Sie wissen in der Regel nicht wie man sich verhalten sollte. Deshalb geben wir hier eine Hilfestellung.

Erdbeben kommen immer überraschend. Es gibt keine Vorwarnung. Meistens werden sie mit starken Stößen, die ziemlich heftig sein können, begleitet. Alles um einen herum wackelt, fliegt herum und kann einen ziemlichen Schaden anrichten. Wenn man dann sofort unter einen Tisch krabbelt und dort Schutz sucht, dann ist das keine Überreaktion, sondern die beste Methode, das Erdbeben zu überstehen. Folgende drei Punkte solltest du generell beachten:

DUCK DICH! Sonst haut dich das Erdbeben unkontrolliert um. Wenn dann schwere Objekte um dich herum fliegen, dann kann das sehr gefährlich sein. Du kannst dich immer noch bewegen und hast Bodenhaftung.

BEDECKE DICH! Am besten unter einem Schreibtisch oder einen festen Tisch. Sorge dafür, dass dein ganzer Körper geschützt ist. So vermeidest Du, dass einzelne Körperteile von schweren Objekten erschlagen werden. Findest du nichts wo du unterkriechen kannst, dann suche Schutz an einer Innenwand. Hier dürfen natürlich keine hohen Möbel sein. Bedecke deinen Kopf, deinen Hals mit Armen und Händen.

HALTE DICH FEST! Verweile im Unterstand bis das erste Schütteln aufgehört hat. Sei darauf vorbereitet, dass es gleich im Anschluss noch weitere Beben gibt und du mit dem Unterstand bewegen musst.

WO IMMER DU BIST; SCHÜTZE DICH! Egal wo du bist, im Bett, am Strand, im Kino oder in der Shopping Mall, suche Schutz wo immer es auch möglich ist.

Wieso diese Methode?

Wenn du während eines Erdbebens umher läufst, dann kann dich das in Gefahr bringen. Erdbeben können so heftig sein, dass ein normales Laufen gar nicht mehr möglich ist. Deshalb ist es besser am Boden zu kriechen und so schnell Schutz zu suchen.

Studien haben gezeigt, dass es die meisten Verletzten und Toten bei Erdbeben durch herabfallende Trümmer gegeben hat. Das kam meistens, weil Personen umher gelaufen sind und vermeintlich im Freien Schutz gesucht haben. Diesen Trugschluss sollte man vermeiden.

Gibt es keinen Tisch als Schutz, dann sind Innenwände meistens genauso sicher. Außenwände sind die ersten, die zusammenfallen, außerdem haben diese Fenster, die zersplittern können. Erstaunlicherweise wurden in vergangenen Erdbeben Menschen, die in ihren Betten geblieben sind, am wenigsten verletzt. Sichere die Gegenstände in deinem Zimmer mit Klettverschlüssen und sorge dafür, dass schwere Objekte nicht herumfliegen können. Das bedeutet, dass gepackte Rucksäcke immer am Boden sein sollten und nicht auf dem Schrank oben.

Hostales sind in der Regel nicht größer als zwei oder drei Stockwerke. Große Hotels sind nach den neuesten Bauvorschriften erdbebensicher gebaut worden bzw. befinden sich im Ertüchtigungszustand.

Das Hauptziel von „Duck Dich, Bedecke Dich und Halte Dich fest“ ist es, dass du bereits am Boden bist und nicht mehr umfallen kannst, dass du dir eine „Schutzhöhle“ aufsuchst und diese dir Schutz vor herabfallenden Teilen gibt und du solange da bleibst bis Hilfe kommt. Selbst wenn es ein Strukturversagen des Gebäudes gibt, sind die Chancen in deiner Höhle zu überleben um ein vielfaches höher als wenn du raus läufst. Erfahrene Retter wissen sofort wo und wie sie suchen müssen. Und derartige Hohlräume sind die ersten, die aufgesucht werden.

Solltest du auf dem Land sein und dich in einem Adobe-Haus befinden, welches aus Lehmziegeln gebaut worden ist und es droht das Dach einzustürzen, dann gilt die diese Regel nicht! Dann MUSST du so schnell wie möglich raus gehen und eine offene Fläche suchen. Auf dem Land ist es auch selten, dass dich herabfallende Trümmer von Hochhäusern oder anderen Gebäuden treffen könnten, insofern ist da die offene Fläche sicherer.

Pro-Tipp: Hab immer deine Wertsachen und Papiere gepackt an einem Ort, wo du sie schnell findest und schnellen Zugriff hast. Das ist wichtig, denn somit hättest du im Fall des Falles weniger Streß.

Was du NICHT tun solltest!

Die Erfahrung von Lebensrettern bei schweren Erdbeben in den vergangenen Jahrzehnten hat gezeigt, dass es nicht empfehlenswert wäre, raus zu laufen. Die Gefahr von herabfallenden Trümmerteilen erschlagen zu werden ist um ein vielfaches höher.

Sowohl Außenwände als auch Fenster bieten keinen Schutz. Sie sind der gefährlichste Ort in einem Gebäude. Gerade splitterndes Glas von den oberen Stockwerken kann zu einem Killerinstrument werden. Wie oben bereits beschrieben, werden die Innenwände empfohlen, da sie in der Regel als letztes einstürzen.

Früher in Lehmhütten oder alten Holzhäusern war der Türrahmen in der Tat der sicherste Ort bei einem Erdbeben. In den modernen Häusern kann man das aber so nicht mehr übernehmen.

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