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Imbabura

Imbabura ist eine der fruchtbarsten und schönsten Provinzen unseres Landes. Sein komplett uneinheitliches Gebiet hat ausgedehnte Täler aber auch hohe Berge und die unterschiedlichen Klimazonen bescheren der Provinz fruchtbare Böden, die für eine Landwirtschaft geeignet sind.

Die Provinz wurde 1824 aufgrund der Territorialaufteilung von Großkolumbien gegründet. Ursprünglich war das Gebiet der heutigen Provinz Carchi ebenfalls Teil von Imbabura, ebenso der Kanton Cayambe, der  jedoch 1893 Teil der Provinz Pichincha wurde.

Derzeit hat die Provinz eine Fläche von ca. 4523 km² und grenzt im Norden an die Provinz Carchi, im Süden an die Provinz Pichincha, im Osten an Sucumbíos und im Westen an Esmeraldas. Der größte Teil der Provinz liegt in der Senke von Ibarra, der Provinzhauptstadt die aufgrund ihrer weißen Häuser auch gerne weiße Stadt (Ciudad blanca) genannt wird.
Die Gegend zeugt von außergewöhnlicher Schönheit mit imposanten Erhebungen wie den Imbabura (4600m), der Cotacachi (4939m), den Yanaurcu de Piñán (4539m), den Fuya Fuya (4267m) und den Redondo (3837m).

Imbabura kennt man auch als Seenprovinz, aufgrund der unzähligen Seen und Lagunen, die in dieser Provinz beheimatet sind, wie den Yaguarcocha oder Blutsee, der nur 3km von Ibarra weg ist oder den San Pablo See, der größter von allen, der direkt neben dem Imbabura ist und in der Nähe von Otavalo,  nicht zu vergessen den Cuicocha oder Meerschweinchensee, der im alten Krater des erloschenen Vulkans Cotacachi ist. Insgesamt kann man von 28 nennenswerten Seen und Lagunen sprechen, die einen Besuch sicherlich wert sind.

Folgende Flüsse durchqueren die Provinz und sind der Grund des landwirtschaftlichen Reichtums: im Norden der Chota-Fluss, der gleichzeitig Grenzfluß zur Provinz Carchi ist und der Guayllabamba, der im Süden der Grenzfluß zu Pichincha ist, ebenso der Intag und der Lita.

Die Böden sind fruchtbar und eignen sich hervorragend für die Landwirtschaft. Hier werden Zuckerrohr, Kaffee, Palmen, Tomaten, Feinhölzer, Knollenpflanzen, Baumwolle und Tabak angepflanzt.  Des Weiteren werden hier Papaya, Guanabana, Bananen, Passionsfrüchte und andere Früchte der Subtropen angepflanzt. In den letzten Jahren kamen Blumenplantagen für den Export hinzu. Ecuador ist einer der größten Rosenexporteure weltweit.

Im Zentrum der Provinz etwas nördlich von Ibarra befindet sich das Chota-Tal. Das hat die Besonderheit, da sich in diesem trockenen, andinen Tal eine Gruppe entflohener Sklaven aus Afrika angesiedelt hat, die sich dem andinen Klima angepasst und eine neue eigene afroandine  Kultur geschaffen hat. Viele bekannte Fußballspieler der ecuadorianischen Nationalmannschaft stammen von hier. Die Leute sind zäh und ausdauernd – zwei wichtige Eigenschaften für Fußballspieler.

Aufgrund ihrer Schönheit ist Imbabura eine der meist besuchten, sowohl von in- als auch ausländischen Touristen.

Geschichte

Imbabura wurde vermutlich bereits 2100 v Chr.  von den Caranqui bewohnt, die sich nördlich von Ibarra angesiedelt hatten. Die Caranqui hatten eine gute Infrastruktur und haben viele Sagen und Legenden mitgebracht. Die Otavaleños kamen in die Region Otavalo ca. 150 v. Chr. Die Natabuelas kamen die Gegend um Atuntaqui. Generell ist es sehr zu sagen, wer das Gebiet besiedelt hat. Das fehlen von Aufzeichnungen, sowie einer Schrift macht es wirklich schwer hier glaubhafte Erkenntnisse zu liefern. Die Andeutungen kommen alle von spanischen Chronisten, die die Sagen und Legenden der Indigenen zum ersten Mal aufzeichneten. Die Caranqui gehörten wohl zum Verbund der Cayapa – Colorado an, die in dieser Zone sich niedergelassen hatten.

Die Inkas überfielen die Region um 1400 n. Chr. herum. Im 16. Jahrhundert kamen dann die spanischen Invasoren, um nach den vermeintlichen Versteck des Inka Atahualpa zu suchen. An dieser Stelle wurde dann das Dorf San Miguel de Ibarra gegründet. Es folgten weitere Siedlungen in der heutigen Provinzregion. Bis zum 19. Jahrhundert waren dies alles Kolonialsiedlungen, bis auch in Ecuador so langsam die industrielle Revolution Einzug erhielt.

Das Gebiet war eine ethnisch-kulturelle Einheit und sie hatten quasi eine linguistische Identität in den Siedlungen zwischen Pimampiro, Otavalo, Caranqui und Cayambe. Es war ein geographischer Ort, der von Bauern und Landwirten besiedelt wurde und in so genannten Ayllus (Gemeinden) organisiert war.  Jedes Ayllu hatte seinen Curaca oder Chef. Die Wirtschaft wurde mit Handwerkskunst vervollständigt. Die Caranqui und Cayambe waren Meister der Handwerkskunst. Sie konnten schon horizontal weben, kannten die Baumwolle, die Wolle und die Keramik. Sie ritzten Muscheln und Knochen, schmelzten Metalle und hatten schon Spiegel. Sie konnten Körbe herstellen und sie hatten die Möglichkeit ihre Webwaren zu färben. Sie kannten den Tauschhandel und konnten schon Steinhäuser bauen.  
Ihre Gemeindeeinheiten, die zwar eigenständig waren, aber dennoch im Verbund lebten erlaubte ihnen über 20 Jahre die Verteidigung gegenüber den inkaischen Invasoren aus dem Süden.

Die Inkas kamen vom Süden und erst einmal die Cañari überwunden war es ihnen ein Leichtes den Rest des heutigen ecuadorianischen Territoriums zu erobern, wäre da nicht der Widerstand der Shyris, der Cayambe und Caranqui. Der Kampf ging bis zur vernichtenden Schlacht von Yahuarcocha.

Die Inka wollten die Konsolidierung ihres Gebietes. Sie betrieben eine Integrationspolitik, die ihresgleichen sucht, dennoch waren die Völker des Nordens dem ganzen nicht sonderlich zugeneigt. Die Einheit wurde nie erreicht und die Inkas konnten sich hier nie wirklich festsetzen. Während in anderen Regionen die Inkas ihr System aufdrückten, blieb hier alles beim alten. Sowohl die Gemeinden blieben wie sie waren, als auch ihre Traditionen, ihre Kultur und ihr Glaube.

Das Inkareich war zwar präsent aber bei weitem nicht konsolidiert, da passierte etwas ganz Gewaltiges. Fremde kamen und die Herrschaft der Inka endete abrupt, was den Völkern des Norden ganz gelegen kam. Die neuen Invasoren wurden erst nicht als Invasoren angesehen, sondern als willige Befreier des alten Regimes. Erst die unmenschliche Behandlung, die Zwangarbeit im Textilsektor, das Encomienda-System und der Frondienst, der die generelle Ausbeutung von Männern, Frauen und Kindern zur Folge hatte, öffnete den Indigenen die Augen. Die inhumanen Konditionen, die unbekannten Krankheiten, rafften die Indigenen sehr schnell dahin.

Die Spanier implementierten ein neues politisches, sowie administratives System. 1563 wurde die Real Audiencia de Quito gegründet. Innerhalb des Gouvernements von Quito gab es das Corregimiento de Otavalo (Gemeindebezirk), das von der Grenze zum heutigen Kolumbien bis zur Lagune Cochicaranqui. Unter den spanischen Invasoren mussten die Indigenen Fronarbeit leisten. Als die Indigenen immer weniger wurden, mussten afrikanische Sklaven sie ersetzen. Trotz der Zwangsarbeit mussten die Indigenen Steuern abführen. Aufgrund dieser Tatsache und der andauernden Misshandlungen durch die spanischen Kolonialherren kam es immer wieder zu Aufständen. 1679 flohen elftausend Indigene über Nacht und kamen nie wieder zurück. 1777 kam es zu einem schrecklichen und blutigen Aufstand in Otavalo, San Pablo, Cotacachi, Atuntaqui und Caranqui.

Als am 10. August 1809 es zu einem Aufstand gegen die Royalisten in Quito gab, entschieden sich die Gemeinden Ibarra und Otavalo ihnen anzuschließen. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, aber 1820 begannen die Unabhängigkeitsbewegungen wieder ihren Kampf gegen die Krone. Die Bürger von Ibarra unterstützten den Unabhängigkeitskampf mit Geld und Männern. In der Schlacht von Ibarra 1823 hat der Libertador Bolívar selbst die Befreiungsarmee angeführt und die Spanier geschlagen. Da Bolívar von den Bürgern aus Ibarra und Otavalo unterstützt wurde,  wurde beiden Gemeinden als Dank das Stadtrecht verliehen.

Ein fürchterliches Erdbeben zerstörte 1868 die Hauptstadt Ibarra. Ebenso gab es große Schäden in Otavalo und Cotacachi. Zwanzigtausend Bürger der Provinz überlebten diese Tragödie nicht. Ibarra wurde ab 1872 wieder neu aufgebaut. 1987 gab es ein ähnlich schweres Erdbeben, der Schäden in der Provinz anrichtete, aber jedoch kein Menschenleben kostete. 1929 kam die Eisenbahn nach Ibarra.

Geographische Lage

Sehenswürdigkeiten

  • Lagune Cuicocha
  • Lagunen von Mojanda
  • Stadt Otavalo
  • Wasserfälle von Peguche
  • Chota-Tal
  • Themen von Chachimbiro
  • San Pablo See
  • Lagune Yahuarcocha
  • Stadt Ibarra
  • Reservat Cotacachi-Cayapas
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