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Guayas

Obwohl Guayas eine Küstenprovinz ist, besitzt es eine Gebirgskette, die parallel zum Küstenverlauf geht und sich nach Norden erstreckt. Es ist die Kordillere Chongón-Colonche, die bis auf ca. 1000m hoch geht.

Durch die Provinz verlaufen wichtige Flüsse wie der Guayas, der Daule, der Babahoyo und der Yaguachi, die ganzjährig auf fast ihren kompletten Verlauf befahrbar sind. Die Flüsse sind der Quell des landwirtschaftlichen Reichtums der Provinz. Sie ist eine der produktivsten Provinzen unseres Landes, dies kommt aber auch vor allem wegen dem Arbeitseifer seiner Bewohner.

Große Plantagen zeugen von diesem Reichtum. Neben Kaffee, Tabak, Reis, Zuckerrohr, Kakao, Bananen und anderen Früchten, treten auch Shrimps und Tilapia-Farmen immer mehr in den Vordergrund. Gutes Weideland für die Viehzucht charakterisieren diese Provinz.

Der 8. November 1820 wird als Gründungstag der Provinz angesehen, da ca. 1 Monat nach der Oktoberrevolution am 9. Oktober die Freie Provinz von Guayaquil ausgerufen wurde. Das erste unabhängige Gebiet in der Real Audiencia de Quito.

Guayas hat derzeit ca. 16741 km² und grenzt im Norden an Manabí, im Süden an El Oro und dem Golf von Guayaquil, im Osten an Los Ríos, Bolívar und Azuay und im Westen an Santa Elena. Die Hauptstadt ist die größte Stadt unseres Landes: Guayaquil.

Geschichte

Das Gebiet der Provinz war seit jeher von präkolumbischen Stämmen beheimatet. Vor allem die Huancavilcas waren hier zu Hause. Die Huancavilcas waren bis zum Einfallen der Spanier ein gut organisierter Stamm, der sogar die Spanier als Barbaren dastehen lies. Sie waren ebenfalls gute Seefahrer und es gibt Belege, dass sie bis ins heutige México mit ihren Balsaflössen gefahren sind. Sie handelten mit der Spondylus Muschel. Einer besonders schönen und wertvollen Muschelart, die heutzutage jedoch vor der Ausrottung steht. Aber sie handelten auch mit Webwaren aus Baumwolle, Gold, Silber, Kupfer und Obsidian. Der Handel mit diesen Waren gründete ihren kulturellen und wirtschaftlichen Reichtum.

Während der Inkaherrschaft waren die Cañaris die ersten, die sich dem Inkaimperium ergeben mussten. Bald waren die Inkas in Quito und die Huancavilcas bekamen das mit und entsandten Boten nach Quito, um den Inka Tupac Yupanqui zu huldigen und um ihn zu bitten, sie in die Inka-Doktrin zu unterweisen, damit beide Völker in Frieden und Koexistenz leben können.

Die Huancavilcas empfingen eine große Delegation der Inkas und feierten mit ihnen ein großes Fest, um die neue Partnerschaft zu feiern. Bei ihrer Abreise jedoch wurden alle Inkas niedergemetzelt und die Huancavilcas beendeten den Inkaeinfluss. Die Boten wurden im Golf von Guayaquil geworfen.  Die Legende besagt, dass Tupac Yupanqui, der aufgrund politischer Ereignisse nach Cuzco zurück musste, sich so sehr über diesen Verrat ärgerte, dass er daran erkrankte und seinen Sohn Huayna Cápac befahl sich für diese ungesühnte Schmach zu rächen.

Der Zorn von Huayna Cápac war immens. Er sammelte eine große Streitmacht aus dem Norden Ecuadors und zog in die Küstenregion in den Krieg. Die Huancavilcas erflehten um Gnade, als sie sahen, dass sie diesen Krieg nicht gewinnen konnten. Da kam einem dem ältesten Kaziken eine glänzende Idee: Seine Enkelin solle ihr Volk retten! Der alte Mann wusste ob ihrer Schönheit und den Einfluß einer schönen Frau bei einem Mann von Rang wie es der Inka war. So kam es, dass auf einer Anhöhe bei Yaguachi eine Troß von Kaziken und Jungfrauen beim Inka vorsprachen. Die Enkelin des ältesten Kaziken, pries ihre Leute als friedliebendes Volk an, ebenso huldigte sie den Inka und hatte mit ihrem Werben Erfolg. Der Inka ließ seine Zorn verfliegen.

Er versprach allen das Leben, erwartete jedoch nur, dass die Schuldigen unter sich mindestens 10% ihrer eigenen Mannen exekutierten, damit man ihm nicht nachsagen könne, er würde auswählen. Ebenso verlangte er, dass die Adligen sich die vorderen Zähne ausschlug, als Zeichen der Sühne und der Buße. Ein weiteres Mal hat die Gerissenheit der Huancavilcas ihnen das Leben gerettet. Denn diejenigen, denen man die Zähne ausgeschlagen hat, waren nicht mal adlig und das Gebiet kam nie unter richtiger Kontrolle der Inkas. Nach Abzug der Truppen gab es immer wieder Revolten und Morde gegenüber den Besatzern.

Es kam zu einem dritten Zusammenstoß. Huayna Cápac war inzwischen alt und sein Sohn Atahualpa sollte ein für alle Mal dieses Gebiet unter die Herrschaft der Inkas bringen, da die Huancavilcas keine Steuern zahlten. So zog Atahualpa, um gegen die Huancavilcas zu kämpfen. Der Krieg dauerte mehr als 10 Jahre und wurde nie entschieden, da Atahualpa inzwischen von den Spaniern gefangen genommen worden ist.

Im Küstengebiet des heutigen Ecuadors versuchten bereits die spanischen Invasoren eine Siedlung mit einem funktionierenden Hafen aufzubauen, wurden aber durch die tapferen Krieger der Huancavilcas immer wieder zurück geschlagen. Letztendlich wurde das heutige Guayaquil 1538 gegründet und wurde bald zu einem florierenden Punkt der Real Audiencia von Quito. Bald war das gesamte Küstengebiet des heutigen Ecuadors im Einzugsgebiet von Guayaquil.

Während der Kolonialzeit hieß sie Provinz bzw. Departement von Guayaquil und ging vom Süden Esmeraldas bis zur Stadt Tumbes. Das Gebiet beinhaltete die heutigen Provinzen Manabí, Los Ríos, El Oro, Teile von Cañar und Azuay und natürlich Guayas.

Guayas ist die Wiege der Unabhängigkeit Großkolumbiens. Dort war es als man sich am 9. Oktober 1820 letztendlich für unabhängig erklärte und somit die komplette Provinz vom spanischen Joch befreite. Dies war der Beginn der Unabhängigkeitskriege des gesamten Kontinents.

Die Freie Provinz von Guayaquil war ein wichtiger Stützpunkt für die Befreiungsbewegung, die vom Marschall Antonio José de Sucre angeführt wurden und in mehreren Schlachten die Befreiung herbeiführten. Nachdem die Spanier in der Schlacht am Pichincha vernichtend geschlagen wurden, entschlossen sich die Provinzen Quito und Cuenca Großkolumbien anzuschließen, während die Freie Provinz von Guayaquil beschloss weiterhin unabhängig zu bleiben.

Unser großer Befreier (Libertador) Simón Bolívar kam 1822 nach Guayaquil, um sich dort mit dem Befreier des Südens José de San Martín zu treffen, um die weitere Zukunft des Kontinents zu besprechen. In diesem Zusammenhang annektierte Großkolumbien die Provinz auf Anordnung der beiden Befreier.

Als Teil von Großkolumbien wurde aus der Freien Provinz das Departement von Guayaquil. 1824 spaltete sich das Gebiet in die Provinzen Guayaquil und Manabí.

1829 spaltet sich der Distrikt Venezuela von Großkolumbien ab und am 13. Mai 1830 tut dies auch der  Distrikt Quito, die neue Republik Ecuador entsteht. Somit wurde aus der ehemaligen Provinz Guayaquil nun die Provinz Guayas.

1860 verliert Guayas erneut Gebiete an die neue Provinz Los Ríos und später nochmals bei der Territorialaufteilung 1884 nochmals das Gebiet was heute die Provinz El Oro ist. Guayas hatte nur noch eine Fläche von 19730 km².

Während des Wahlkampfes 2006 schloss der damalige Kandidat Rafael Correa einer Sezessionsbewegung an, die ca. 3762 km² von Guayas abtrennen wollten, um die neue Provinz Santa Elena zu gründen. Nach dem Wahlsieg Correas wurden diese Pläne konkret und 2007 verkleinerte sich Guayas abermals, um die 24. Provinz erstehen zu lassen.

Geographische Lage

Sehenswürdigkeiten

  • Mangrovenreservat Churute
  • Zoo von "El Pantanal"
  • Stadt Guayaquil
  • Cerro Blanco Wald
  • Stadt Bucay
  • Historischer Park Guayaquil
  • "El Lago" Park
  • Stadt Naranjal
  • Hafen von El Morro
  • Stadt Playas
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